Kompletter Bauernhof in Wadersloh zerstört – Stallungen und Scheune eingestürzt – Bulle unter Trümmern eingeklemmt – Veterinärin sediert Bullen, damit Feuerwehr ihn befreien kann – Dachdecker sind schnell vor Ort um Dach Wohngebäude zu reparieren – Komplette Fenster an Haus geborsten – Massive Bäume reihenweise umgekippt

Inzwischen ist bestätigt, es war ein Tornado, der über Wadersloh im Landkreis Warendorf und über Lippstadt in Nordrhein-Westfalen am Freitag hinwegzog. Die Schäden, die das Wetterphänomen hinterlassen hat sind enorm. In Wadersloh ist nur noch das Wohngebäude eines landwirtschaftlichen Anwesens vorhanden, aber auch dort sind Schäden vorhanden und im eingestürzten Stall war ein Bulle eingeklemmt. Die ganze Kirchturmspitze fehlt im Lippstädter Ortsteil Hellinghausen. Zudem ist der historische Dachstuhl der Kirche um gut einen Meter versetzt und das Dach der zugehörigen Vikarie beschädigt.

Überall, wo der Blick hinfällt ist ein Bild der Zerstörung zu sehen. „Es war wirklich eine Zerstörung, wie wir noch nie gesehen haben“, berichtet Thomas Stuckenschneider, Ortsvorsteher Hellinghausen.“Man weiß effektiv nicht, man hat Angst, man hat Angst, weil man effektiv nicht genau weiß, wie das Ganze enden wird“, so der immer noch schockierte Mann weiter. Doch trotz der ganzen Schäden – glücklicherweise wurde keiner verletzt oder getötet. Gleich nach dem Tornado kommt der ganze Ort zusammen und packt an, weil alle sich sicher sind, die Feuerwehr aus Lippstadt hat sonst auch genug zu tun. Innerhalb einer Stunde sind die Straßen wieder von den umgestürzten Bäumen befreit, aber für die Beseitigung der anderen Schäden wird genügend Zeit benötigt.

„Ja, die Kirche hat einen sehr hohen historischen Wert. Die ist von 1781 und der Turm ist über 1000 Jahre alt. Die Kirchturmspitze, der Turm ist komplett oder direkt zerstört worden, liegt gerade hinter uns. Das Dach, das Kirchenschiff oben, hat sich um ungefähr einen halben Meter bis einen Meter verschoben. Das ganze Dach ist verschoben worden. Abgesehen davon auch die Kirchenfenster, die auch schon mittlerweile über 800 Jahre alt sind. Auch die sind mittlerweile kaputt, eingestürzt“, so Stuckenschneider. Er selbst ist kein Experte, aber er schätzt den Schaden auf rund 1,5 bis 2 Millionen Euro.

Wie hoch der Sachschaden an dem landwirtschaftlichen Anwesen in Wadersloh ist, kann noch keiner sagen. Glücklicherweise gibt es hier auch keine Verletzten. Selbst der eingeklemmte Bulle ist unverletzt. Nach einer Sedierung durch die Veterinärin kann die Feuerwehr ihn nach und nach befreien. Danach kommt das Tier in einen provisorischen Pferch. Ansonsten prägt Zerstörung den Blick auf die Gebäude, das zugehörige Grundstück und die angrenzende Straße. An dieser sind reihenweise massive Bäume entwurzelt, große Astteile und Trümmerreile der Gebäude liegen auf nahen Feldern. Die Fenster des Wohnhauses sind alle geborsten, das Auto ist vor die Tür versetzt und der Dachstuhl teilweise abgedeckt. Jedoch hat sich schnell eine Fachfirma gefunden, die diesen provisorisch sichert. „Ob das jetzt heute alles abgearbeitet wird, weiß ich nicht. Wir werden jetzt erst mal soweit beim Aufräumen helfen, wie wir können. Man muss mal gucken. Dadurch, der Rufherr selber ist auch Feuerwehrkamerad von uns und auf dem Land hilft sowieso jeder jedem, von daher ist die Hilfsbereitschaft natürlich jetzt auch sehr groß“, erklärt Michael Linnemann, der Leiter der örtlichen Feuerwehr.