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Schutzengel als blinder Passagier bei Vatertags-Kanutour

Kanufahrer gerät in Stromschnellen und wird unter Wasser gedrückt – Mitkanuten halten Kopf des zeitweise Bewusstlosen solange über Wasser bis Feuerwehr ihn retten kann – Mann kommt leicht verletzt in Klinik – Kanuten danken Rettungskräfte für schnelle Hilfe: „Da denkt man, dass nichts passieren kann, ist ja kein reißender Fluss und dann hast du so eine Stromschnelle. Das war, auf Deutsch gesagt, eine ganz beschissene Situation. Super und vielen, vielen Dank für die erfolgreiche Hilfe!“
Unglücksopfer erzählen im O-Ton, wie es zu dem Unglück kommen konnte – Mann samt Kanu durch Strömung in Sträucher getrieben – Feuerwehr: „Im Wasser kann man nicht stehen, da ist die Hase über zwei Meter tief. Die haben viel Glück gehabt, dass nichts ernstes passiert ist“

Ort: Bramsche, Landkreis Osnabrück, Niedersachsen Dreh: 21. Mai 2020, 18:00 Uhr

Die Sonne strahlte am Donnerstag mit vielen Ausflüglern um die Wetter. Bei frühsommerlichem Wetter zog es viele raus auf die Natur. Manche schnürten die Wanderschuhe, andere schwangen sich auf das Fahrrad und manche zog es auf das Wasser. Für eine dreiköpfige Kanugruppe wurde die Vatertagstour jedoch fast zum Verhängnis. Die zwei Männer und eine Frau waren mit zwei Booten auf der Hase von Osnabrück nach Bramsche unterwegs. An einem Wehr gerieten sie dann jedoch in Stromschnellen, wodurch ein Mann kenterte und durch die Strömung in Richtung Ufer gedrückt. Dabei verhedderte er sich irgendwie im Strauchwerk und ging immer wieder unter. „Man hat das Boot vor sich, was jeden Moment über einen drüber fahren kann. Neben sich befindet sich einer, der bewusstlos im Wasser hängt. Man fühlt nach dem Puls und kann nichts tun“, beschreibt Julia Rosenthal die Situation.
Gemeinsam mit Mitkanut Stefan Bekermann versucht sie verzweifelt den Kopf des Opfers über Wasser zu halten. Passanten auf einer Wiese bemerken die Situation und rufen die Feuerwehr. Die ist glücklicherweise rasch vor Ort und reagiert sofort. „Wie haben die Person und die Boote ans Wasser gezogen“, berichtet Feuerwehrsprecher Henning Stricker. An der Unglücksstelle sei der Fluss zwei Meter tief, sodass man nicht hätte stehen können. „Er hatte Glück, dass Rettungskräfte schnell da waren und ihm bei der Rettung aus dem Wasser behilflich waren.“ Leicht verletzt musste der Mann in eine Klinik eingeliefert werden.
Seine Begleiter, Julia Rosenthal und Stefan Bekermann, bleiben am Unglücksort zurück. Sie sind glücklich, dass der Unfall so glimpflich endete. „Wir wollten das schöne Wetter genießen mit einer kleinen Kanutour auf der eigentlich harmlosen Hase. Da denkt man, dass nichts passieren kann, weil es ja kein reißender Fluss ist“, erzählt Bekermann. „Und dann hast du so eine Stromschnelle, kenterst und die Strömung quetscht einen ein. Das war, auf Deutsch gesagt, eine ganz beschissene Situation!“ Ein klarer Dank richten beide an die Rettungskräfte, die in Rekordtempo am Unglücksort waren: „Das hätte böse enden können. Jede Sekunde zählt, Hut ab, haben sie gut gemacht. Vielen, vielen Dank an die ganzen Rettungskräfte.“