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Osnabrück: Löwe verletzt 25-jährige Tierpflegerin bei Reinigung des Geheges

Junge Frau schwebt nicht in Lebensgefahr, wird aber im Krankenhaus behandelt – „Ist für alle Mitarbeiter hier ein großer Schock“ – Internes Notfallsystem sofort gegriffen – „Wie genau das jetzt passiert ist, das müssen wir jetzt noch aufarbeiten“
Alle fünf Tiere zu jeder Zeit im Gehege und gesichert – Tierpflegerin in Vorgehege, Schieber zur Außenanlage hätte geschlossen sein sollen – Frau kann sich selbst in Sicherheit bringen – „Tierpflegerin hat schon mehrere Jahre Erfahrung“
Bereits 2017 Vorfall mit einem Großtier im Zoo Osnabrück – Team hat ausgebrochene Bärin damals erschossen – Betäubungsspritze kam aufgrund langer Wirkdauer nicht in Frage – An der Sicherheit seit damals nachgebessert

Ort: Osnabrück 21. Februar 2021, 11:37 Uhr

Ein schrecklicher Vorfall hat sich am Sonntagvormittag im Osnabrücker Zoo ereignet – die Gedanken gehen dabei auch in den März 2017 zurück, wo eine Bärin dort aus ihrem Gehege ausbrach. Eine Tierpflegerin wurde diesmal bei der Reinigung des Löwengeheges angegriffen und verletzt. Nach ersten Informationen des Zoos schwebt die 25-Jährige nicht in Lebensgefahr, wird aber im Krankenhaus behandelt. Alle fünf Tiere waren zu jeder Zeit im Gehege und gesichert.

Nach derzeitigen Informationen trug sich der tragische Betriebsunfall im Zoo Osnabrück wie folgt zu. Die Tierpflegerin befand sich im Rahmen ihrer notwendigen Arbeiten im Vorgehege zur Außenanlage. Diese sollten durch Schieber abgetrennt sein, damit sich die fünf Tiere nicht von der Außenanlage ins Innere bewegen konnten. Jedoch war einer dieser Schieber wohl nicht geschlossen, so dass sich ein Löwe nähern konnte. Er griff die 25-Jährige an und verletzte sie am Rücken.

Glücklicherweise konnte sich die junge Frau in den Pflegergang retten und sich so in Sicherheit bringen. Sie erlitt dabei Verletzungen und befindet sich zur weiteren Behandlung im Krankenhaus. Sie schwebt glücklicherweise nicht in Lebensgefahr. Das interne Notrufsystem habe hervorragend funktioniert, teilte der Zoo mit. Alle Kollegen eilten nach Auslösung zur Kollegin, versorgten sie, gingen dem Rettungsdienstpersonal zur Hand und kümmerten sich um die Tiere.

Bei vielen gehen die Gedanken in den März 2017 zurück, wo die Bärin „Tips“ aus ihrem Gehege entkommen und anschließend erschossen wurde. Der Schuss war damals die Möglichkeit der Wahl, nachdem sich das Tier in Richtung der Mitarbeiter bewegt hatte. Ein Schuss mit dem Betäubungsgewehr kam damals nicht in Frage, da der Wirkeintritt bei ungefähr 20 Minuten liegt.

Auch wenn die Mitarbeiter des Zoos damals besonnen vorgingen, so ließ sich bei einigen eine Panik nicht vermeiden. Die Mitarbeiter brachten die Besucher damals in den Tierhäusern in Sicherheit oder brachten sie aus dem Zoo. Aus den Fehlern damals, hat der Osnabrücker Zoo gelernt und die Zäune nachgebessert und verstärkt. Auch stehen nun statt zwei, drei Schränke mit Waffen und Narkosegewehren im Zoo. Auf diese haben aber nur eingewiesene Mitarbeiter zugriff. Zum Glück war am Sonntag so ein Eingreifen nicht notwendig.