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Wenn der Hund zum Frisör darf, das Herrchen aber nicht:

Aktuelle Meldung von TV7NEWS: NewsNr. 2021014

Verwaltungsgericht gibt Eilantrag von Hundefrisörin in NRW statt – Ausübung der beruflichen Tätigkeit durch Coronaschutzverordnung nicht verboten – Abstand von 1,5 Metern zum Kunden ohne Probleme möglich – Urteil noch nicht rechtskräftig, Stadt Emsdetten kann in nächste Instanz gehen – „Das wurde höchste Zeit, sonst verfilzt das ganze Fell von unserem Hund“ – Kunden sind froh, dass Elisa wieder offen hat – Über WhatsApp bekommt Elisa ironische Angebote: „Ich kann bellen, schneidest du mir die Haare“ – Hundebesitzerin freut sich enorm: „Ja, bei Clooney muss das ja sein…schöne kurze graue Haare“
Konzept und Hygienemaßnahmen überzeugen Gericht – „Das ist viel Geld für eine kleine Hundefrisörin gewesen“ – Kunden binden Hund vor dem Geschäft an und kommen nach 90 Minuten wieder – Maske und Handschuhe trotzdem obligatorisch – Selbst Bezahlung läuft über Gelddepot vor der Haustüre

Ort: Emsdetten Dreh: 13. Januar 2021

Frisöre sind seit dem Lockdown geschlossen, egal ob für Menschen oder für Tiere. Doch das könnte sich bald ändern, denn eine Hundefrisörin aus Emsdetten in Nordrhein-Westfalen hat gegen die Schließung geklagt und recht bekommen. Das Gericht hat festgelegt, dass die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit nicht gegen die aktuelle Coronaschutzverordnung verstößt. Zwar ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, denn die Stadt Emsdetten könnte in die nächste Instanz gehen, aber das Konzept der Hundefrisörin und ihre damit verbundenen Hygienemaßnehman überzeugten das Gericht. So kann es jetzt dann heißen: Der Hund darf zum Frisör, das Herrchen aber nicht.

Das Konzept von Elisa Kloppenborg sieht keinen direkten Kontakt zwischen ihr und den Kunden vor. Die Kunden binden ihren Hund vor dem Geschäft an. Von dort holt die Hundefrisörin den Vierbeiner dann ab, natürlich mit Maske und Handschuhen und nach 90 Minuten, wenn die Behandlung vorbei ist, bringt sie ihn wieder nach draußen, wo der Besitzer seinen Hund abholen kann. Selbst die Bezahlung läuft über ein Gelddepot vor der Haustüre kontaktlos. Zudem wissen alle ihre Kunden, sie dürfen erst dann in die Nähe, wenn der vorherige Hund abgeholt ist, um ihren Vierbeiner anzubinden. Die Kunden finden das Angebot der ambitionierten Hundefrisörin gut und bewundern ihren Mut. „ja, das find ich mutig, ich weiß nicht, ob ich den Mut gehabt hätte den Schritt zu gehen…ich freue mich, dass sie dann auch Erfolg hatte und, dass das belohnt wurde“, gibt Simone Szu, die ihren Hund Clooney abgegeben hat.

Natürlich geht es bei einem kleinen Hund mit so einem berühmten Namen nicht ohne das richtige Styling: „Ja, bei Clooney muss das ja sein – schöne kurze graue Haare“. Aber auch die anderen Hundebesitzer sind froh, dass Elisa nun wieder offen hat. „Ja, ich finde es super, das wurde höchste Zeit, sonst verfilzt das ganze Fell von unserem Hund. Der sieht gut aus, der kann wieder besser laufen, nichts verfilzt“, so Monika Schomaaker. Viele andere Kunden, die heute noch keinen Termin bekommen haben, freuen sich trotzdem mit Elisa und schicken ihr unter anderem über WhatsApp ihre Glückwünsche zum Erfolg. Darunter finden sich auch einige ironisch gemeinte Nachfragen, wie zum Beispiel: „Ich kann bellen, schneidest du mir die Haare“ oder „Könntest du mir meine Haare schneiden, ich bin doch zur Hälfte Hund“. Über diese amüsiert sich Elisa schon: „Ich glaube, es sind viele Frauen, die würden am Liebsten hier hin kommen und sich auch die Haar schneiden lassen von mir. Da kann ich nur enttäuschen. Erst einmal darf ich das nicht und das würde katastrophal aussehen. Lieber nicht, lieber ein bisschen Geduld haben und auf den Menschenfrisör warten“.

Grundsätzlich ist die Unternehmerin natürlich mega happy, dass sie vom Gericht recht bekommen hat. Geklagt hat Elisa Kloppenborg, weil sie es total unfair fand, dass die Hundesalons schließen mussten, denn es läuft ja ähnlich wie beim Abholservice im Restaurant. Nach Rücksprache mit ihrem Anwalt hat sich die Hundefrisörin dann eben zur Klage entschlossen. „Da ich jemand bin, die die Türen immer eintritt, wenn ich eine Situation unfair finde, sonst ist alles gut. Dann habe ich gesagt, okay, wir probieren es und dann habe ich geklagt. Habe ich gesagt okay, das ist viel Geld für eine kleine Hundefrisörin gewesen, wenn ich verloren hätte, aber aus Prinzip für alle Hundefrisöre meiner Branche, das war mir wichtig. Das Ergebnis, ich habe gewonnen, ich habe Recht, gut, dass ich es gemacht habe“, berichtet Elisa begeistert