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Islamistischer Terror in Wien

Bei der Terrorattacke in Wien sind nach Angaben der österreichischen Polizei am Montagabend vier Menschen getötet worden. Dazu komme der von der Polizei erschossene Täter. Laut Österreichs Innenminister Karl Nehammer begann der Anschlag um 20 Uhr nahe der jüdischen Synagoge in Wien. Um 20:09 Uhr wurde ein Attentäter von der Polizei ausgeschaltet. Derzeit gehen die Behörden davon aus, dass es in dieser Zeit an sechs Orten zu Schusswechseln kam. Sieben Polizisten machten von ihren Dienstwaffen Gebrauch.Österreichs Innenminister spricht von einem islamistischen Anschlag. Das sei nach der nächtlichen Durchsuchung der Wohnung des getöteten Täters klar geworden. Der Attentäter sei ein Sympathisant des IS gewesen, sagte Nehammer am Dienstagmorgen. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob es ein Bekennerschreiben gibt.
Das Innenministerium bestätigte einen Medienbericht, wonach es sich bei dem Attentäter um einen 20-jährigen Österreicher mit nordmazedonischen Wurzeln handele. Er hat zwei Staatsbürgerschaften und war wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorbestraft. Im April 2019 wurde er zu 22 Monaten Haft verurteilt, weil er nach Syrien ausreisen wollte, um sich dort dem IS anzuschließen. Laut einem Medienbericht hatte er auch versucht nach Afghanistan auszureisen. Insgesamt sind nach aktuellen Informationen 5 Menschen getötet worden und 17 Verletzte. Die Polizei sucht nach mindestens einem weiteren Täter.

Ort: Wien Dreh: 03. November 2020

Einen Tag dem Anschlag eines islamistischen Terroristen hat die Polizei in Österreich 14 Menschen aus dem Umfeld des Attentäters vorläufig festgenommen. Insgesamt 18 Wohnungen seien durchsucht worden. Nach insgesamt 18 Hausdurchsuchungen im Umfeld des erschossenen 20 Jahre alten Attentäters seien 14 Verdächtige vorläufig festgenommen worden. Dem bereits wegen versuchter Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung inhaftierten Mann sei es gelungen, die Behörden bei seiner vorzeitigen Entlassung über den Misserfolg seiner Deradikalisierung zu täuschen, so Nehammer. Es habe keine Warnhinweise über die Gefahr durch den 20-Jährigen gegeben.

Zwei Tage nach dem islamistischen Anschlag in Wien fahnden Ermittler nach möglichen Hintermännern. Noch bleiben Fragen offen, wie der Attentäter sich ausrüsten konnte. Nach dem Terroranschlag in Wien gehen Ermittler der Frage nach, ob der IS-Sympathisant allein handelte. Es verdichten sich die Informationen ganz erheblich, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Dennoch hat Österreichs Regierung im öffentlichen Raum enorme Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Die Behörden wollen aber weitere Beteiligte nicht endgültig ausschließen und zunächst umfangreiches Bildmaterial weiter auswerten.