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Verfolgungsjagd wie bei „Alarm für Cobra 11″: Autofahrer rast ohne Rücksicht durch zwei Bundesländer

Verfolgungsjagd wie bei „Alarm für Cobra 11:
Autofahrer rast ohne Rücksicht durch zwei Bundesländer – Polizei versucht ihn, mit mehreren Streifen anzuhalten – Flüchtiger beschleunigt massiv, nutzt die Rettungsgasse im Stau und den Standstreifen und touchiert mehrere Fahrzeuge – Erst ein Unfall bei Osnabrück kann ihn stoppen – „Es hat nur noch gescheppert und gekracht“ – Autofahrer flüchtet zu Fuß, aber Polizei kann ihn festnehmen (Festgenommener im Streifenwagen on tape) – „Es war wie in einem Actionfilm“ – Wir haben alle Unfallopfern bei Osnabrück im O-Ton – Zwei Polizeibeamte und eine Fahrzeuginsassin leicht verletzt

Eine Verfolgungsjagd, die Zeugen wie bei „Alarm für Cobra 11“ oder wie bei „007“ beschreiben hielt am Sonntagmittag die Polizei aus zwei Bundesländer in Atem. Erst ein eigenverursachter Unfall in der Rettungsgasse eines Staus bei Osnabrück-Nord konnte den Wagen des Flüchtigen stoppen. Er selbst nahm sprichwörtlich seine Beine in die Hand und lief davon. Doch der Mann hatte die Rechnung ohne die Beamten gemacht, die ihn einholten und festnahmen.

Zwischen Münster und Ladbergen fiel einer Streifenwagenbesatzung der Fahrstil eines Autos auf, weshalb sie den Fahrer zum Anhalten aufforderten. Doch der Mann am Steuer missachtete die Beamten und gab erst einmal richtig Gas, um zu entkommen. Selbst stockender Verkehr und Stau hinderten den Autofahrer nicht an der Flucht. Er nutze die Rettungsgasse und den Standstreifen, um den inzwischen vier Streifenwagen zu entkommen, die ihm folgten. Dabei touchierte er mindestens zwei Fahrzeuge, fuhr aber unbeeindruckt weiter.

Nachdem er sich in Richtung Osnabrück bewegte wurden die Kollegen von der dortigen Autobahnpolizei informiert. Sie legten sich mit insgesamt zehn Fahrzeugen auf die Lauer und warteten auf den Flüchtigen. Doch dieser ließ sich auch davon nicht beeindrucken und setzte seine rasante Fahrt fort. An ein davor setzen und Anhalten des Wagens war nicht zu denken – der Mann spielte mit der Polizei Katz und Maus. Wo die Strecke frei war, beschleunigte er auf so hohe Geschwindigkeiten, dass eine Verfolgung zeitweise nicht mehr möglich war. Auch die Rettungsgasse im Stau bzw. im zähfließenden Verkehr nutzte er mit etwa 70 bis 80 km/h.

Höhe Osnabrück-Nord staute sich der Verkehr wieder und der Raser fuhr ungebremst darauf zu und in die Rettungsgasse. Dabei rammte er mehrere Fahrzeuge, bis er einem das hintere Rad heraus riss und einen Streifenwagen traf. Dabei verletzten sich zwei Beamte und eine Fahrzeuginsassin leicht. Dadurch war sein Auto so schwer beschädigt, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Sofort sprang er aus dem Wagen und flüchtete zu Fuß vor den Beamten, jedoch konnten die ihn jetzt sehr schnell stoppen und festnehmen. Allerdings wehrte er sich auch hier massiv, so dass mehrere Polizisten nötig waren, um ihn zu sichern.

Die Insassen der gerammten Fahrzeuge konnten auch im Nachhinein nicht fassen, was ihnen passiert ist. Das Ehepaar, welchem am Auto das Rad herausgerissen wurde, wollte eigentlich in den Urlaub und sitzt nun fest. Aber den Knall und die damit verbunden Szenen vergessen sie wohl nie. Diese hätten sie wohl eher in einem Actionfilm a la James Bond erwartet, als auf der Autobahn bei Osnabrück. Auch die Polizeibeamten sind solche Einsätze nicht gewohnt und beschreiben es als spektakuläre Einsatzfahrt. Welchen Hintergrund es für die Flucht gibt, ist aktuell noch unklar. Jedoch war der Fahrer gut alkoholisiert und hat seinen Pegel wohl auch noch während der Flucht erhöht. Im Wagen fanden sich unzählige Flaschen und Dosen in denen alkoholische Getränke waren. Ob Drogen auch im Spiel waren, muss nun die Blutentnahme zeigen.