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Grausamer Kindesmissbrauch in Münster aufgedeckt

Drei Jungen von fünf, zehn und zwölf Jahren sollen jahrelang von mehreren Pädophilen in Gartenlaube missbraucht worden sein – Taten wurden mit professioneller Verschlüsselungstechnik ins Darknet gestellt – Polizei stellt Server sicher – IT Experten können gesicherte Laptops dechiffrieren

Elf Tatverdächtige nach Razzia in mehreren Bundesländern festgenommen, sieben davon bleiben in U-Haft

Datum: Samstag, 06. Juni 2020
Ort: Münster, Nordrhein-Westfalen

Die Kriminalpolizei konnte in Münster (NRW) an diesem Wochenende einen jahrelangen Kindesmissbrauch beenden. Mehrere Männer werden beschuldigt drei Jungen im Alter von fünf, zehn und zwölf Jahren jahrelang in einer Gartenlaube sexuell missbraucht zu haben. Dabei gingen die Tatverdächtigen mit proffessionellen Verschlüsselungstechnik vor und stellten ihre Taten ins Darknet. Der Polizei ist es nun gelungen mit Hilfe von IT-Experten den Tatort ausfindig zu machen und zahlreiche Dateien sicherzustellen. In einem Objekt fanden Ermittler einen komplett eingerichteten und klimatisierten Serverraum. Darin befand sich unter anderem ein Schrank mit sieben Servereinheiten; allein auf einem Teil des Servers soll ein Speichervolumen von ca. 160 Terabyte vorhanden sein. Nach derzeitigem Stand ist von mehreren hundert IT-Asservaten mit einem potentiellen Speichervolumen von mehr als 500 Terabyte auszugehen. Die gesamte IT-Infrastruktur ist offensichtlich hochprofessionell passwortgeschützt, beziehungsweise verschlüsselt. In den letzten Wochen wurden in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Brandenburg elf Tatverdächtige, darunter auch eine Frau, die Eigentümerin der Gartenlaube ist festgenommen. Sieben sitzen derzeit in U-Haft, die anderen vier wurden entlassen.
Die Kriminalpolizei und IT-Experten arbeiten weiterhin fieberhaft an der Entschlüsselung der Laptops und Festplatten, die noch nicht alle gesichtet werden konnten.